Unsere Welt ist geprägt durch Naturwissenschaft und Technik. Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) ist eine notwendige Voraussetzung, um die moderne Welt zu verstehen, in ihr zu bestehen, und Herausforderungen der Menschheit durch Innovationen in diesen Feldern lösen zu können. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Technologisierung nahezu aller Lebensbereiche liegt darin auch ein wesentlicher Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur verantwortlichen Mitgestaltung unserer Zukunft.

Redaktion DL4KAL

Amateurfunk ist MINT

Schon immer beschäftigen sich viele Funkamateure nicht nur mit Funktechnik. Vielmehr kommen vielfältigste Technologien zum Einsatz, sind übergreifende Kenntnisse von Nöten:
  • Mathematik, als Hilfswissenschaft um unterschiedlichste Zusammenhänge zu berechnen
  • Informatik, um das HamNet zu realisieren, um mit Echolink qrv zu werden
  • Naturwissenschaft, um Elektrotechnik und Ausbreitungsphänomene zu verstehen
  • Technik, um mein Hobby überhaupt betreiben zu können
Wir sollten dieses und andere Beispiele nutzen, um den Amateurfunk gesellschaftlich zu stärken und ihn gleichwohl attraktiver zu gestalten. In diesem Sinne breit aufgestellt hätten wir eine größere Klientel, die wir interessieren und für eine Mitarbeit gewinnen könnten. Warum sollen wir nicht versuchen alle technisch - wissenschaftlich interessierte Menschen zu integrieren? 

Ich kann mir schöne Projekte vorstellen, die im Zusammenspiel vieler "Gewerke" besser zu meistern sind. So denke ich an leistungsstarke Funkbaken, die Ausbreitungsbeobachtungen genauso zulassen, wie sie zur Meteoritendetektion dienen können. Ein kompletteres Wetternetz über APRS, dass mit Hilfe entsprechender Detektoren zur regelmäßigen Lichtmessung dient, um den Astronomen Aufschluss über die Lichtverschmutzung zu geben. Modellbauer, die mit ihren Drehmaschinen Antennenbauern helfen. Geocacher, die mit unseren Peilfunkern zusammenarbeiten. Informatikinteressierte, die helfen das HamNet aufzubauen. Bei einigem Überlegen fallen uns sicherlich viele weitere Möglichkeiten ein. 

Deutschland ist ein Hochtechnologieland, das eben auf M.I.N.T. angewiesen ist. Dem Konglumerat wäre eine hohe gesellschaftliche Anerkennung und Förderungen aus der Industrie sicher. Für viele Jugendliche würde die Attraktivität steigen. Damit hätten wir einen nachhaltigen Bestand - auch für den Schwerpunkt Amateurfunk - gesichert.

Wenn wir nicht auf Überalterung und Schwund reagieren, hat Amateurfunk nicht mehr lange Bestand. Wie denkt ihr darüber?