Unsere Welt ist geprägt durch Naturwissenschaft und Technik. Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) ist eine notwendige Voraussetzung, um die moderne Welt zu verstehen, in ihr zu bestehen, und Herausforderungen der Menschheit durch Innovationen in diesen Feldern lösen zu können. Vor dem Hintergrund einer wachsenden Technologisierung nahezu aller Lebensbereiche liegt darin auch ein wesentlicher Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe und zur verantwortlichen Mitgestaltung unserer Zukunft.

Redaktion DL4KAL

Freitag, 19. Januar 2018

Antarktis-Bake aktiv


Am Nachmittag des 15. Januar wurde der Multiband-Empfänger der neuen permanenten WSPR Bake DPØGVN in der Antarktis in Betrieb genommen. Sie ist aktiv von der deutschen Forschungsstation "Neumayer III" des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung. Die Installation ist Teil eines wissenschaftlichen Projekts der Technischen Universität München in Kooperation mit der Universität Bremen und dem Deutschen Amateur Radio Club (DARC). Die Bake befindet sich noch im Test und wird gelegentlich zur Konfiguration und Optimierung von Antennen und Software heruntergefahren, bevor sie an der endgültigen Stelle montiert werden kann. Zur Zeit gibt es drei Radiospezialisten in der Forschungsstation, die alle Funkamateur und DARC-Mitglieder sind
(Felix DL5XL, Matthias DH5CW und Daniel, DL1SU). Die verwendete Technologie besteht aus einem WSPR-Multiband-Empfänger auf Basis eines Red Pitaya-Minicomputers, der gleichzeitig bis zu acht HAM-Bänder von 160 m bis 6 m überwachen und mehrere hundert Empfangsberichte pro Stunde in das WSPR-Net einspeisen kann. Inzwischen wurde auch der 5-Watt-Multiband-Sender in Betrieb genommen, der an einer 5-Meter-Procom-Vertikalantenne mit einem Netzwerk arbeitet. Die ersten Betriebsergebnisse haben alle Projektteilnehmer positiv überrascht. Nach ein paar Tagen im Dienst, hat DPØGVN bereits mehrere tausend Spots erhalten. Dies liegt an einer extrem ruhigen Lage, weit weg von jeder menschlichen Zivilisation und von Menschen verursachten Störquellen. Das Leuchtturmprojekt in der Antarktis wurde von zwei Professoren gefördert, die auch Funkamateure sind. Einer ist Prof. Dr. med. Ulrich Walter, DG1KIM, wissenschaftlicher Astronaut von der ESA und Professor für Weltraumtechnologie an der Technischen Universität München. Auch beteiligt ist der bekannte SDR-Spezialist Prof.Dr. Michael Hartje, DK5HH, von der Universität Bremen, der sich um die Softwarelösungen bemühte. Der DARC ist eng in das Projekt eingebunden, da die Gemeinschaft der Funkamateuren ein "Schwarmprojekt" ermöglicht, um die Datenbank zur systematischen wissenschaftlichen Bewertung der Ausbreitungswege in Polarregionen zu erstellen. Die Geräte für dieses wissenschaftliche Projekt wurden von einer Gruppe freiwilliger deutscher Funkamateure entwickelt.

(Quelle: qrz.com)